Luis Weber

LuisWeber

Ich begann 1994, im Alter von neun Jahren, in München die Capoeira zu trainieren. Mein damaliger Lehrer, der Brasilianer Martinho Fiuza, nahm mich damals als einziges Kind in die Erwachsenengruppe auf in welcher ich sechs Jahre lang die Techniken und Bewegungen der Kampfkunst erlernte. Von da ab war der Grundstein gelegt und die Capoeira wurde ein elementarer Teil meines Lebens.

Mein Grundprinzip von damals bis heute: „Jeder kann die Capoeira erlernen, die einen schneller, die anderen langsamer. Wichtig ist es vor allem Spaß und Geduld mit sich selbst zu haben – der Rest kommt meist von selbst.“

Für mich bedeutet Utopie Grenzen aufzubrechen und zu überwinden, neues auszuprobieren und zuzulassen. Und genau diese Grundsätze übertrage ich auf Capoeira, oder allgemeiner Movement. Ich richte meinen Blick immer auf neuen Input und lasse Neues zu. Über den Körper sammelt man neue Erfahrungen, indem man versucht zu verstehen wie der Körper funktioniert, und wie man die Erkenntnisse überträgt auf bestimmte Bewegungen.

Das funktioniert auch im Dialog mit anderen Personen, beim Capoeira zum Beispiel versucht man sich nonverbal zu verstehen, das heißt über die Bewegung zu lesen. Darüber gelangt man dann in ein Flow-Erlebnis.

Genau diese Dinge sind für mich Utopie: Neugierde nach Neuem, nach Ungewissem, Grenzen aufzubrechen, Konventionen beiseite zu legen.