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Geballte Ladung an Innovationen

Bunter hätte das dreitägige Programm am vergangenen Wochenende in der Kulturwerkstatt auf AEG kaum werden können: Beim „Global Art Festival“ präsentieren etwa 120 Nürnberger Künstler mit verschiedenen Kulturellen Wurzeln zahlreiche Darbietungen. Etwa 1500 Besucher verfolgten die gelungene Premiere einer Veranstaltung, die deutschlandweit einmalig war. Mit so vielen positiven Eindrücken hat Markus Dottenberger nicht gerechnet: „So viele Künstler, so viele Performances in einer hohen Qualität. Das ist schon ganz toll!“ Zusammen mit seinen Freunden hat er den Samstagabend in der Kulturwerkstatt auf AEG verbracht. „Schön ist, wie dynamisch hier alles beim Festival zugeht. Du gehst von Raum zu Raum und erlebst dort auch total besondere Dinge.“ Tatsächlich haben sich die Künstler für das Festival, das das Inter-Kultur-Büro des Amtes für Kultur und Freizeit der Stadt Nürnberg konzipiert und durchgeführt hat, eine Menge einfallen lassen. Ein paar Beispiele: Interessierte erlebten an diesem Wochenende zum Beispiel moderne Klaviermusik zu einer Videoinstallation oder persische Musik in Verbindung mit sphärischen Klängen eines Synthesizers, zu denen dann auch noch Freestyle-Tänzer ihr Bestes geben. Nicht nur in den einzelnen Räumen gab es Kreatives zu sehen und zu hören. Auch im Eingangsbereich der Kulturwerkstatt konnte das Publikum an verschiedenen Ecken etwas erleben: sich von Zeichnern porträtieren lassen, etwas Leckeres essen, in Büchern schmökern. Außerdem wartete eine Ausstellung in der Werkstatt 141 nur einige Meter weiter auf die Besucher. Wer wollte, konnte sich durch eine Gruppe Theaterschaffender zu den einzelnen Aufführungen geleiten lassen. Am Sonntag standen unter anderem auch Kurzfilme und Rundgänge auf dem Programm, bei denen an verschiedenen Stationen auf dem AEG-Gelände kurze Performances und interaktive Theaterszenen zu erleben waren. Das Besondere an dem Festivalprogramm: Jede Aufführung war eine Premiere, extra für das Festival konzipiert. Und vor allem: Für ihre Darbietungen haben sich Künstler und Kulturschaffende zusammengetan, die in dieser Form nie davor zusammengearbeitet haben. Grenzüberschreitungen im positiven Sinne – das haben sich die Organisatoren für das Festival vorgenommen. Den über 100 Künstlern dabei einen entsprechenden Rahmen zu geben, war eine der größten Herausforderungen für die Organisatoren des Festivals, erzählt Kiki Lucaciu. „Mit dem Ergebnis sind wir aber mehr als zufrieden“, so die Mitarbeiterin des Inter-Kultur-Büros. Auch ihr Kollege Torsten Groß zieht eine positive Bilanz: „Das, woran wir so lange gearbeitet haben, ist aufgegangen.“ Dafür ging das Büro neue Wege: Seit zwei Jahren trifft sich die interkulturelle Szene Nürnbergs monatlich. Nicht nur einzelne Personen, sondern auch viele interkulturelle Vereine ließen sich auf das Experiment ein. Das Bedürfnis, sich zu vernetzen, unabhängig von der Herkunft und der Art der Kunst, ist da, bestätigt Groß. Die Ergebnisse der Zusammenarbeit präsentieren die Kreativen, die davor in Nürnberg zum Teil nie ein Forum hatten, bei „Global Art Sessions“. Aus diesen künstlerischen Darbietungen ist auch die Idee für das Festival entstanden. Die Veranstaltung ist in ihrer Form deutschlandweit einmalig, betont Groß. Sie zeigte, wie viel Postenzial in der interkulturellen Szene Nürnbergs steckt, betont der Mitarbeiter des Inter-Kultur-Büros. Sein Büro hat viel Zeit und Ressourcen in diese Aufgabe reingesteckt. „Es hat sich gelohnt. Das Festival war die Blüte dieser Arbeit.“ Die Vielfalt und die Art der Zusammenarbeit mit den Kreativen unterschiedlicher Herkunft in Nürnberg könnte auch ein wichtiger Baustein bei der Bewerbung der Stadt für die Kulturhauptstadt Europas werden, so Groß.

Kreativ in Nürnberg

Kunterbunt ist dieses Netzwerk – und genau so soll es sein. Seit zwei Monaten ist Global Art Nürnberg ein eingetragener Verein. Es gibt den kreativen Haufen von Kulturschaffenden mit Wurzeln in aller Welt allerdings schon seit dem Jahr 2015. Damals hatte das Inter-Kultur-Büro der Stadt Nürnberg zu einem Workshop geladen, bei dem es von den Künstlern wissen wollte, was ihnen fehlt, was sie brauchen, um erfolgreich in Nürnberg arbeiten zu können. Daraus entstand das Netzwerk. Transkulturalität in der Stadt fördern und zugänglich machen für jedermann – das ist seither das Anliegen der Gemeinschaft „Wir sind absolut offen für Neues und Experimente“, sagt Vorstandsmitglied Evi Lou, die griechische Wurzeln hat. Spartendenken sei den Mitgliedern fremd. Wie das aussehen kann, wurde etwa kürzlich beim eintrittsfreien, zweiten Global Art Festival gezeigt. Da traf zum Beispiel Bildende Kunst auf Musik. Vier Tage Programm hatte der Verein organisiert, „ein Kraftakt“, wie Evi Lou sagt. Alles drehte sich um das Thema Utopie – klar, dass die beteiligten Künstler eine positive Botschaft aussenden wollen, eine des friedlichen Zusammenlebens und eine der Hoffnung, dass aus diesen oft beunruhigenden Zeiten des Umbruchs etwas Neues, Schönes entstehen kann. Was die Kreativen bei ihren regelmäßigen Treffen noch so aushecken, wurde über zwei Jahre Lang bei der „Global Art Session“ auf AEG präsentiert. Auch dort wurden bewusst Genres kombiniert, die auf den ersten Blick nicht zusammenpassen – etwa fränkische Volkslieder und mongolischer Obertongesang. Und bald stehen voraussichtlich wieder die „Global Art Jam Sessions“ an. Generell gilt: „Wer bei uns mitmachen will, ist herzlich willkommen“

Lust auf Utopie?

Das Global Art Festival ist eröffnet: Mit Performances vor dem Rathaus und dem Bewerbungsbüro Kulturhauptstadt 2025 wurde der Startschuss zu der zweiten Auflage dieses Festivals gegeben, in dem sich Künstler unterschiedlicher Herkunft unter dem Motto „Lust auf Utopie?“ mit Zukunftsthemen befassen und ein Zeichen für ein friedliches Zusammenleben setzen wollen. Das ist ganz im Sinne der Bewerbung um den Kulturhauptstadt-Titel, in der eben auch steht, das diese Festival gepflegt werden soll. Organisiert wird es vom Netzwerk Global Art Nürnberg und dem Amt für Kultur und Freizeit/Inter-Kultur-Büro. Geboten wird bis einschließlich Samstag, 5. Oktober, ein buntes Programm unter anderem mit performativen Spaziergängen durch die West- und Südstadt, der Ausstellung „Transformation“ im ehemaligen Cenralkino in der Wiesenstraße und der „Super Global Art Session“ am Samstag ab 20 Uhr in der Kulturwerkstatt auf AEG. Der Eintritt ist frei.

Nürnberger Kulturpreise

Nürnberg. Der Nürnberger Stadtrat hat in seiner gestrigen Sitzung die Vergabe der Kulturpreise der Stadt beschlossen. In diesem Jahr werden fünf gleichwertige Kulturpreise verliehen: Sie gehen an den Bildenden Künstler Dashdemed Sampil, den Schlagzeuger Jan F. Brill, die Musikerin Corinna Zimprich, das Theater Dreamteam und das Netzwerk Global Art Nürnberg. Jeder Preis ist mit 4000 Euro verbunden. Das Netzwerk Global Art Nürnberg, entstanden im Mai 2015 aus einem Workshop in der Kulturwerkstatt Auf AEG, hat es sich zur Aufgabe gemacht, das kreative Potenzial, das durch Migration und kulturelle Globalisierung entstanden ist, zu stärken und öffentlich sichtbar zu machen. Es steht für transkulturelle wie künstlerische Freiräume und wagt Experimente.

Hier wird die Vielfalt gefeiert

In Nürnberg findet das erste „Global Art Festival“ statt In Nürnberg leben Menschen, deren Wurzeln in 165 Ländern dieser Welt liegen: Mit dem dreitägigen „Global Art Festival“ (28. bis 30. April) will das Inter-Kultur-Büro des Amts für Kultur und Freizeit (KUF) genau diese Vielfalt feiern. Wenn Qi Gong auf afrikanischen Tanz trifft, wenn HipHop und Oper zueinander finden, wenn live Leinwände und Gesichter bemalt werden — dann ist „Global Art Session“. Die gibt es ohnehin schon alle drei Monate „Auf AEG“, im Rahmen des „Global Art Festival“ läuft am kommenden Samstag eine vierstündige Mega-Ausgabe des Formats. „Freiraum ohne Grenzen“ lautet das Motto, und genau so soll es während der gesamten drei Festival-Tage zugehen — das Publikum wird dabei auch immer wieder mit einbezogen. Ziel der Veranstaltung ist nicht nur, die Wahrnehmung der interkulturellen Künstler und Kulturschaffenden nach außen zu verbessern, sondern auch deren Kommunikation untereinander. Los geht’s am Freitag um 19 Uhr mit der Vernissage zweier Kunstausstellungen in der Werkstatt 141: „Grenzen sprengen“, kuratiert von Künstler und Bühnenbildner Christian Vittinghoff, und „Dialoge“ mit Arbeiten der Fotografin Athina Tsimplostefanaki. Am Samstag ab 18 und am Sonntag von 13 bis 16 Uhr präsentieren Migrantenvereine im Foyer der Kulturwerkstatt ihre Gedanken zum Thema Gastfreundschaft. Am Sonntag gibt‘s außerdem Kurzfilme und „Crossing AEG“, einen interaktiven und interkulturellen Spaziergang. Gegensätze anerkennen und dennoch das Gemeinsame finden: Das wollen die über 100 Teilnehmer des Festivals, das von der Sparkasse Nürnberg und der Firma Sigos unterstützt wird. Es soll ganz bewusst niederschwellig sein, das heißt für jedermann zugänglich. Der Eintritt ist daher zu allen Programmpunkten frei, man muss sich auch nicht anmelden. she Z28. bis 30. April, Kulturwerkstatt Auf AEG, Fürther Straße 244d, youtu.be/w4sa4QSBCZM, www.globalartfestival.de Nürnberger Nachrichten - 26/04/2017 Seite: 07 Copyright (c) 2017 Verlag Nuernberger Presse, Ausgabe 26/04/2017 April 26, 2017 8:57 am (GMT -2:00) Powered by TECNAVIA

Kurzweilige Kulturpreis-Party

So jung, bunt und vielfältig wie dieses Jahr waren die Kulturpreise der Stadt Nürnberg noch nie gestreut – wie sich auch bei der Verleihung in der Tafelhalle zeigte. Nachwuchsjazz, eine freie Kontrabassistin, Inklusionstheater (mit Matthias Egersdörfer im Gefolge) oder eine vielsprachige Gruppe ohne Räume, die „Global Art“ in allen Formen anbietet, vom Workshop bis zum Festival: Neben Dasdemed Sampil als profiliertem Maler war viel Platz für preiswürdige Kleinarbeit mit großem sozialem Anspruch. Julia Lehner (Mitte) kann es für die Kulturhauptstadtbewerbung sicher gut gebrauchen…

Kulturbegegnung ohne Grenzen

Das „Global Art Festival“ feiert eine große Session mit Tanz, Theater und Musik VON WALTER GRZESIEK Höhepunkt beim Weltkultur-Festival Auf AEG ist heute die „Super Global Art Session“ in der Kulturwerkstatt (ab 20 Uhr). Das Crossover von Musikstilen, Impro-Theater, Poetry Slam und Artistik verspricht einen Clash der Kulturen, der nicht weh, sondern wohl tut. Eindrücke von der Generalprobe. „Hast du etwas Zeit für mich?“, fragt Vera Kordon eben auf der Bühne. Die Dirigentin eines in Franken einmaligen indonesischen Orchesters singt zur Probe die Zeile aus Nenas „99 Luftballons“, um den Sound ihrer 22 Musikerinnen zu testen. Das exotische, lyraförmige Instrument aus zwei schwingenden Bambusrohren, das die Damen in farbenprächtigen Trachten dazu schlagen, heißt Angklung und erzeugt – wie eine Glocke – jeweils nur einen einzigen Ton. Wenn jede Mitspielerin zwei bis drei Angklungs hält, kommen mit 60 Tönen schon ganz gute Melodien zustande. Wenn sich alle an die Taktvorgaben von Vera Kordon halten. Einen Kinderchor zu dirigieren, wirkt dagegen simpel. Aber weil das Global Art Festival an diesem Wochenende künstlerische Neukreationen zeigen will, kommt zum üblichen indonesischen Bassbegleiter Yaga Ariadi Tranggono diesmal noch der Gitarrist Cornelius Wachinger hinzu, der sonst mit seiner Band Amod eher harten Punksound produziert. Am Samstag also indonesische Bambus- und deutsche Gitarrenklänge mit Nena-Evergreen und dem Beatles-Hit „Hey Jude“ – eine Weltpremiere. „Wir leben ja in Deutschland, und ich mag den Nena-Hit einfach“, sagt Vera Kordon verschmitzt lächelnd. So geht Leitkultur. Vor dem großen Saal gibt es kolumbianische Cumbia und spanischen Bolero: Die Designerin und Sängerin Dennise Cepeda (Bogota, Dessau, Nürnberg) probt Volksmusik für ein paar gelenkige Tänzerinnen – mit einer Band aus Rasta-Mann, weißem Gitarristen und südländischer E-Pianistin. Gemeinsam hat man herausgefunden, dass das am besten beim Publikum funktioniert. Dennise kam eigentlich über Liedinterpretationen von Alban Berg und Robert Schumann zum Singen. Diese Klassiker inszeniert sie auch mal zusammen mit HipHoppern. Die regelmäßigen Global Art Sessions auf AEG lassen solche Experimente zu. Der Samstagabend soll jetzt einen Einblick in diese Szene und deren Entwicklungschancen geben. Damit die Besucher nicht den Überblick verlieren, lotst das aus der Südstadt („Artischocken“) vertriebene russische Theater den ganzen Abend durch den Festivalparcours. Leonid Ovtschinnikov entsteigt einer alten Holztruhe und informiert mit deutschen und russischen Ansagen. Seine junge Gegenspielerin Anastasia Frank schlägt hingegen in lederner Fantasie-Uniform und mit strengen und bezirzenden Blicken die Gäste in Bann. Tanz der Derwische Das Impro-Theater führt von einem Spielort zum andern durch die Kulturwerkstatt und verschmilzt mitunter mit der Musik und dem Tanz der anderen Gruppen. Oder mit den deutschrussisch-spanischen Poetry-Slammern, die in Gebärdensprache übersetzt werden. Oder mit dem Tanz der Derwische und der Baglama (Saz), dem Feuertänzer und dem Fassadenkletterer, dem nicht-digitalen Liquid Painting, der Heimatlyrik. Kommen, staunen, bleiben. Gelegenheit dazu gibt es dann noch einmal am Sonntag.